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Heilpraktikerin Cornelia Wiemert ● Wildensteiner Strasse 32, 10318 Berlin

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Antibiotika

Es ist an der Zeit Umzudenken!

Ich hatte etwas Zeit meinen Bücherstapel zu durchforsten, um das wichtige endlich zu lesen. Dabei fiel mir „Wolf-Dieter Storl-  Borreliose natürlich heilen“ in die Hände.

Er fesselte mich in den nächsten Stunden und lies mich nicht mehr so recht los. An einem Kapitel möchte ich sie teilhaben lassen.

Ich könnte es nicht besser sagen und will Ihnen für das kommende Jahr ein Umdenken Ihrer Willen anraten. Antibiotika können Lebensrettend sein aber wie schon Paracelsus feststellte „macht die Dosis das Gift“.

Stellen wir also öfter mal die Frage nach dem -„Warum macht unser Körper das“ und reflektieren unser Leben, dann finden wir auch die ein und andere Antwort.

Lernen wir unsere Feindbilder zu reduzieren und dann wird es um und in uns wesentlich friedlicher werden. Damit wird es möglich sein, das Immunsystem aufzubauen und zu stärken.

Nur so wird es gelingen den Krankheiten der heutigen Zeit entgegen zu wirken.

„Das Ende des Antibiotikazeitalters“

Antibiotika, wie auch Kortison und Steroide, sind – dessen bin ich mir voll bewusst – heilige Kühe der modernen Medizin. Daran darf nicht gerüttelt werden.

Auch Kritiker leiten ihre Überlegungen immer mit dem Eingeständnis ein, dass diese schärfsten Waffen der anerkannten Medizin, Millionen von Leben gerettet hätten und dass sie im Notfall unverzichtbar sind. Das mag schon sein. Wurde nicht auch das Leben meines Vaters, der während der Kriegsgefangenschaft in Ägypten fast an der Ruhr gestorben wäre, durch Penicillin gerettet?

Inzwischen aber ist die Frage berechtigt, ob nicht die Kosten des Antibiotikaeinsatzes höher sind als ihr Nutzen.

Dabei fing alles so hoffnungsvoll an. 1928 bemerkte der Bakteriologe Alexander Fleming, dass eine Schimmelpilzspore der Gattung Penicillium, die zufällig in eine Petrischale mit einer Staphylokokkenkultur gefallen war, das Wachstum dieser Bakterien hemmte.

Das war die zündende Idee: Mit Pilzgiften kann man krankheitsverursachende Bakterien abtöten! Kurz darauf, 1935, entdeckte der Pathologe Gerhard Domagk die antibakterielle Wirkung von Sulfonamiden, die gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie gegen Chlamydien und Protozoen wirksam waren.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlangten die Antibiotika ihre volle Bedeutung. Die Seuchen, die seit je den Soldaten zusetzten -Wundinfektionen, Geschlechtskrankheiten -, schienen für immer aus der Welt geschafft. Eine euphorische Stimmung machte sich breit. Man hatte die Nazis besiegt, und nun würde man auch die Bakterien endgültig besiegen.

Wissenschaftliche Koryphäen kündeten gar das Ende aller Krankheiten für die Menschheit an. Der amerikanische Generalstabsarzt William Steward verkündete Ende der sechziger Jahre vor dem US-Kongress: »Das Kapitel der Infektionskrankheiten ist ein für allemal abgeschlossen. Pocken und Polio sind eliminiert; Malaria und Tuberkulose sind auf dem Weg dahin« (Buhner 2002: 117). Ich kann mich gut erinnern, wie der Lehrer in der Primarschule in Ohio uns Kindern erzählte, dass es bei der Jahrtausendwende im Jahr 2000 dank des Penicillins keine Krankheiten mehr und dank der Kernkraft keinen Energiemangel mehr geben würde.

Niemand stellte das Dogma in Frage, dass Bakterien die Verursacher von Krankheiten und Seuchen sind. Das offizielle Denkmodell der damaligen Zeit war rein sozialdarwinistisch: In der Natur herrscht auf allen Ebenen erbitterter Überlebens- und Konkurrenzkampf: Mensch gegen Bakterien, Schädlinge gegen Pflanzen, Parasiten gegen Nutztiere.

Dieser Kampf war ein manichäistischer(9), ein Kampf von Gut gegen Böse.

Bakterien waren eindeutig auf der Seite des Bösen, wie etwa Giftschlangen, Wölfe oder die Feinde der Demokratie und des Fortschritts. In der zunehmend säkularisierten westlichen Welt nahmen diese für menschliche Augen unsichtbaren Kleinstlebewesen die Stelle des Teufels und seiner Dämonenschar ein. Und wer zu den Guten gehört, der schließt mit dem Teufel keinen Kompromiss!

Dieses Denken setzte sich auch bei der Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft durch: DDT, Malathion, Lindan und andere Chemiegifte sollen die Nutzpflanzen schützen, andere Gifte, die Herbizide, sollen die Unkräuter vernichten. Auch in der Politik fand das Denkmustern seinen Platz: Im Ersten Weltkrieg wurde von beiden Seiten Giftgas gegen »menschliche Schädlinge« eingesetzt; im Zweiten Weltkrieg waren es Flächenbombardierung, Vernichtungslager und die Atombombe, die dazu dienten, das Böse auszurotten.

Im Kalten Krieg wurden ABC-Waffen entwickelt, um den Bazillus des Bolschewismus oder, je nach Gesichtspunkt, den Bazillus des Kapitalismus auszuschalten. Heute sind es die unberechenbaren Terroristen, die ähnlich wie die Bakterien und Viren im Körper heimtückisch, hinterhältig und getarnt in der globalen Welt einen unfairen, asymmetrischen Krieg führen.

Diesem Denkmuster entsprechend bedient sich der antibiotische Krieg gegen die Mikroorganismen fast ausschließlich einer militärischen Sprache: Es wird auf Symptome eingeschossen; es gibt Invasionen der Keime; der Körper ist ein Schlachtfeld; Killerzellen attackieren Fremdzellen, Fresszellen erledigen die Aufräumarbeiten nach erfolgter Abwehr, und die Ärzte stehen an vorderster Front. Es gibt Gegenangriffe und Siegeszüge; Erreger werden bestrahlt, bombardiert, vernichtet; Abwehrsysteme werden gestärkt, und mit genügend (finanzieller) Unterstützung wird es eines Tages gelingen, die Infektionskrankheiten auszurotten.

Der angebliche Feind, die Mikroorganismen, sind die größte Gruppe von Lebewesen auf Erden. Und die älteste! Seit 3,5 Milliarden Jahren leben sie schon auf diesem Planeten. Sie sind außerordentlich anpassungsfähig und vielseitig und keineswegs so primitiv, wie wir glauben.

Es ist an der Zeit Umzudenken!

Sie erhalten die Bodenfruchtbarkeit, und ohne sie gäbe es kein Leben auf Erden. Sie sind die Vorfahren aller mehrzelligen Organismen. Sie sind auch unsere Vorfahren. Wahrscheinlich waren die Chloroplasten, die kleinen grünen Körper in den Pflanzenzellen, welche die Lichtenergie der Sonne aufzunehmen vermögen, einst ebenfalls freilebende Mikroorganismen. Auch die Mitochondrien, die in tierischen und pflanzlichen Zellen für die Sauerstoffatmung verantwortlich sind, und die Plasmiden, die einen Teil der Erbinformation weitergeben, waren ursprünglich Bakterien, die irgendwann in Zellen integriert wurden (Dixon 1998: 27).

Überall auf dem Planeten verdauen Bakterien und andere Kleinlebewesen die sich immer wieder ansammelnde Biomasse – um die 400 Milliarden Tonnen jährlich – und setzen die daraus entstehende Energie erneut frei. Ohne die Zellulose abbauenden Bakterien in ihren Mägen könnten Büffel, Schafe und Rinder Laub und Gras nicht verdauen.

Mikroben befallen alles, was im Absterben begriffen ist und Lebenskraft verströmt: Herbstlaub, Kot, Kadaver, krankes Gewebe. Das ist ihre wichtigste Aufgabe im ganzheitlichen Gefüge der Natur: Sie bewerkstelligen den notwendigen Abbauprozess (Storl 2001: 203). Diesen Prozessen entgeht auch der Mensch nicht; auch wir sind Teil des natürlichen Kreislaufs von Leben und Tod, Aufbau und Abbau. Nimmt unsere Lebenskraft durch ungünstige Lebensumstände (Alter, Fehlernährung, Umweltgifte, Bestrahlung, Medikamentennebenwirkungen, Stress oder – auch das hat eine immunsuppressive Wirkung – Verlust der Daseinsfreude und des Lebenssinns) ab, dann wird der Boden bereitet für die abbauenden Bakterien, die uns dabei helfen, uns unserer Inkarnation zu entledigen.

Billionen Bakterien – mehr als es je Menschen auf Erden gab oder geben wird- besiedeln unseren Körper. Pro Körperzelle sind das zehn Mikroorganismen (Blech 2000: 23). Da sie sich meistens als friedliche und hilfreiche Mitbewohner erweisen, sind wir uns dessen kaum bewusst.

Bis zu einem Kilo Körpergewicht geht auf ihr Konto. Freudig besiedeln sie Haut, Mund, Rachen, Verdauungstrakt und Scheide, wo sie einen Film bilden, der das Eindringen krankmachender Keime verhindert.

Im 19. Jahrhundert erkannte man im Zuge der Weiterentwicklung der Mikroskopie und später unter dem Einfluss der Mikrobenjäger, dass sich die meisten Bakterien im Darm befinden. »Der Tod sitzt im Darm«, lautete nun das geflügelte Wort; Ärzte diagnostizierten bei ihren Patienten »intestinale Toxifikation«, »Darmsanierung« war angesagt. Inzwischen wissen wir, dass wir ohne die zig Milliarden hungriger »Tafelgäste«, ohne die rund 500 Bakterienarten, die den Darm besiedeln, gar nicht leben könnten. Die Darmschleimhaut, mit ihren über 200 Quadratmetern Kontaktfläche, ist unser größtes Immunorgan.

Hier, in den Darmschleimhäuten, begegnet unser Organismus vielen verschiedenen Bakterien, die von Immunzellen, den B- Lymphozyten(10), T-Lymphozyten(11), aufgenommen, erkannt, wieder ausgeschieden und in Erinnerung behalten werden. Auf diese Weise trainieren und stimulieren unsere winzigen Gäste unser Immunsystem.

Es kommt so zur Bildung natürlicher Antikörper, die in die Lymph- und Blutbahnen abgegeben werden und den Körper schützen (Blech 2000: 3 7).

Die Darmflora hilft uns auch beim Verdauen unserer Nahrung und liefert wichtige Substanzen an unseren Organismus: Vitamin K, das uns bei der Blutgerinnung hilft, die Vitamine B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), Biotin, Folsäure, Pantothensäure und andere. Inzwischen wissen wir auch, dass ein »gutes Darmmilieu«, gefördert durch milchsäurebildende Lactobazillen und Bifida, gegen krankmachende Mikroorganismen und wuchernde abartige Zellen schützt.

Auch die weibliche Scheide enthält eine vielfältige Flora. Wenn ein Kind auf natürliche Weise geboren wird, nimmt es beim Durchgang durch die Lebenspforte die mütterlichen Bakterien auf, die sich rasch vermehren. Bei Kaiserschnittgeburten besteht das Risiko, dass krankheitserzeugende Bakterien den Darm des Kindes besiedeln (Cannon 1994: 169). Die Darmflora des Säuglings wird durch Immunglobuline (IgA) in der Muttermilch und die Mikroorganismen, die die Brustwarzen besiedeln, aufgenommen. Dadurch entwickelt sich das Immunsystem des Säuglings.

Bakterien sind seit vielen Hunderten von Millionen Jahren unsere Weggefährten. Während der langen Zeit haben sich Symbiosen eingespielt, die für beide Partner lebenswichtig sind. Die meisten Bakterien, die unseren Körper besiedeln, sind keine Krankheitserreger, sondern, wie Jörg Blech sagt, vor allem »Gesundheitserreger«.

Die gesunde Darmflora wird gestört oder geschädigt durch folgende Faktoren: Schwermetalle, Umweltgifte, Chemotherapie, Kortison, Impfungen, Fehlernährung (zu viel Zucker und Eiweiß, Junkfood), seelische Faktoren (Stress, Depressionen, unterdrückte Wut) sowie Antibiotika.

Antibiotika sind, wie ihr Name besagt, gegen (anti) das Leben (bios) gerichtet. Ihre Anwendung ist eine Kriegserklärung an die Welt der Mikroorganismen; sie sind erfunden worden, um diese zu zerstören. Aber da wir mit unseren Ko-Evoluten ein und dasselbe Lebensfeld teilen, schaden wir uns mit dem Angriff nur selbst. Die Schäden, die wir erleiden, sind unter anderem folgende:

  • Wiederholte Antibiotikabehandlungen stören die hochkomplexe innere Ökologie des menschlichen Organismus, lassen Krankheitsprozesse entstehen, die mit multipler Sklerose, Diabetes oder Krebs enden können (McTaggert 2000: 217).
  • Allergische Reaktionen, von Hautausschlägen bis zum tödlichen anaphylaktischen Schock, sind möglich.
  • Das Ökosystem der Darmflora wird gestört, besonders wenn Breitbandspektrum-Antibiotika eingesetzt werden. Sie dezimieren die Bakterien, die normalerweise im gesunden Darm vorherrschen und begünstigen gefährlichere Mikroorganismen, die ebenfalls im Darm leben, aber sonst in Schach gehalten werden. Der sogenannte Reizkolon, Colitis und andere Darmerkrankungen sind häufig das Resultat.
  • Es können Superinfektionen entstehen. Das bedeutet, dass die meisten symbiotischen Einzeller zu Grunde gehen und das Feld dann frei ist für eine besonders aggressive Art. Viele schwer zu behandelnde Harnweginfektionen haben darin ihre Ursache.
  • In den letzten fünfzig Jahren, seit Einführung der Anwendung von Antibiotika (und der Massenimpfung), kam es zu einer dramatisch steigenden Zunahme von Autoimmunkrankheiten und Allergien. Der Verdacht liegt nahe, dass es da Zusammenhänge gibt.
  • Viele Antibiotika, wie die Penicilline, basieren auf Giften, welche die Pilzorganismen absondern, um sich gegen Bakterien zu wehren. Antibiotika erzeugen ein pilzfreundliches Klima im Körper, was wiederum die Verpilzung, etwa mit Candida albicans, begünstigt.
  • Wer Antibiotika nimmt, wird anfälliger für Infektionen, weil diese Medikamente im Darm einen Freiraum schaffen, den von außen eingedrungene Erreger besiedeln können (Cannon 1994: 156). Auch gegen Viren ist man dann weniger geschützt.

Die vermeintliche Wunderwaffe wurde von Anfang an zu oft und zu häufig eingesetzt. Kaum war man in seiner Praxis, setzte unser Dorfarzt die Penicillinspritze an. Moderne Medizin gegen jedes Leiden! Schnupfen, Muskelzerrung, Kopfschmerzen, Bauchweh, Entzündungen- gegen alles war sie gut. So war es nicht nur bei uns in Spencer, Ohio, sondern praktisch überall wurde in den fünfziger und sechziger Jahren das Wundermittel hemmungslos verschrieben.

Gegen Pilz- und Viruserkrankungen wurde es verabreicht, und auch da, wo die Infektion von selbst wieder verschwunden wäre oder wo einfache Hausmittel wie Kräutertee und Bettruhe womöglich besser gewesen wären. Man schätzt, dass 40 bis 70 Prozent der Verschreibungen unnötig waren.

Inzwischen werden weltweit 50 Millionen Tonnen Antibiotika produziert, die meisten davon synthetisch (Cannon 1994: 15). Der Großteil davon wandert in die Massentierhaltung. Rinder und Schweine bekommen dreißigmal so viel Antibiotika als Menschen. Sie sollen verhindern, dass die gequälten Tiere sterben, bevor sie schlachtreif sind.

Zugleich nehmen die Tiere dank der Antibiotikagaben schneller an Gewicht zu. Tetracyclin gilt als wirksamer Wachstumsbeschleuniger.

Da im Netz des Lebens aber alles zusammenhängt, bleibt der Mensch nicht ungeschoren: Allein in den USA sind 6,5 Millionen Lebensmittelvergiftungen auf resistente Salmonellen zurückzuführen.

Profitabel ist der Antibiotikaeinsatz nur für die Industrie. Aus kleinen Medikamentenherstellern wurden so multinationale Giganten. In der westlichen Welt wird für Medikamente und Medizin ebenso viel ausgegeben wie für Rüstung. Es geht um Hunderte von Milliarden Dollar. Beides, Krieg und Krankheit, sind angstbesetzte Themen, und mit Angst lässt sich manipulieren und herrschen. Heutzutage geben die US-Amerikaner mehr Geld für Medikamente aus als für Wohnungen und Lebensmittel zusammen. Aber gesünder geworden sind sie dadurch nicht.

Dass die Mikroorganismen sich wehren könnten oder dass sie neue resistente Formen hervorbringen könnten, glaubte zuerst niemand. Wissenschaftler sahen keine Gefahr, denn nach der darwinistischen Evolutionslehre finden Veränderungen im Erbgut äußerst selten statt. Man errechnete eine Frequenz von Zufallsmutationen von ungefähr eins zu einer Milliarde pro Generation. Bakterien haben einen sehr schnellen Generationswechsel: Eine Bakterie bringt pro Tag ungefähr 17 000 Töchter hervor, diese haben dann wiederum jeweils 17 000 Töchter und so weiter. (Die Borrelien vermehren sich viel langsamer.)

Aber auch in dem rapiden Generationswechsel sah man keine Gefahr, denn die meisten dieser genetischen Mutationen sind Missbildungen, sie bringen keine Überlebensvorteile, sondern enden mit dem Tod des Mutanten (Buhner 2002: 119).

Die Wirklichkeit sah jedoch anders aus.

Es stellte sich heraus, dass die Anpassung dieser Kleinstlebewesen an wechselnde Umweltbedingungen äußerst schnell vor sich geht. Antibiotika bedeuten für sie extremen Umweltstress und Selektionsdruck. Schon im ersten Jahr (1945), nach der kommerziellen Anwendung des Penizillins waren 14 Prozent der Staphylococcus-aureus Bakterien resistent. Rund fünfzig Jahre danach gab es die ersten Staphylokokken, die gegen jedes vorhandene Antibiotikum resistent waren.

Inzwischen werden allein in den USA pro Jahr drei Millionen Patienten mit Infektionen in Krankenhäuser eingeliefert, die nicht mehr mit Antibiotika in den Griff zu bekommen sind. Zwei Millionen Amerikaner stecken sich mit schwer zu behandelnden Krankenhausinfektionen an, und trotz der 14 000 amtlich registrierten keimtötenden Mittel sterben an solchen Infektionen jährlich 100 000 bis 150 000 Menschen (Garrett 2001: 264). In der Bundesrepublik Deutschland stecken sich jedes Jahr zwischen 450 000 und 900 000 mit Krankenhauskeimen an (Blech 2000: 186).

Infektionskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch. Einer von sieben Tuberkulosefällen spricht nicht mehr auf Antibiotika an. Eine neue Pneumococcus-Rasse aus Südafrika, die neben Lungenentzündung auch Wundinfektion, Ohrenentzündung und Meningitis hervorruft, ist gegen Antibiotika gefeit. Die WHO spricht von acht Millionen neuen TB-Fällen; drei Millionen sterben weltweit an der vermeintlich besiegten Seuche. Tripper, Syphilis, Hirnhautentzündung, Lungenentzündung und andere Plagen nehmen wieder zu.

Wir haben den Krieg gegen die Mikroben verloren. Der erbitterte Kampf, den die Ärzte gegen die Keime führen, gefährdet die uns schützenden harmlosen Bakterien und macht uns anfälliger für Krankheiten (Cannon 1994: 125). Die neuen Keime sind gefährlicher als jene aus der Vor-Antibiotika-Zeit:

Wir haben uns Supererreger herangezüchtet.

Ehemals harmlose Mitbewohner unseres Körpers werden plötzlich zu virulenten Killerkeimen wie Escherichia coli, der zur normalen Darmflora gehört und kein Problem darstellt, nun aber zu E. coli 0157: H7 mutiert ist. Auch die Candida-Pilze sind eigentlich harmlos und sie werden erst problematisch, wenn die Abwehrkräfte geschwächt sind und das innerkörperliche ökologische Gleichgewicht gestört ist.

Die Brutstätten für Killerkeime befinden sich überall dort, wo Antibiotika auf unnatürlich eng zusammengedrängtes Tier- oder Menschenleben treffen: Hühnerställe, Mastställe, Fischfarmen, Altenheimen, Kinderkrippen, Gefängnisse, Slums, Tierheime. Hier ist die Mutationsrate besonders hoch.

In den USA spritzt man Milchkühen das genmanipulierte Wachstumshormon BGH (Bovine Growth Hormone), das die Milchproduktion extrem steigert, zugleich aber zu viel häufigeren Euterentzündungen und dies wiederum zu höherem Antibiotikaeinsatz und in der Folge mehr mutierten Bakterienstämmen führt. Die Abfälle und Abwässer aus solchen Brutstätten gelangen in den Boden und in Gewässer, und da die meisten Antibiotika sich langsam oder kaum abbauen, töten sie auch dort wertvolle Kleinlebewesen oder erzwingen deren Mutation.

 9 Der Manichäismus, benannt nach dem Religionsstifter Mani (216-277 u.Z.), vertritt einen radikalen Dualismus von Gut gegen Böse, Licht gegen Dunkel. Die Lehre beeinflusste das Denken des heiligen Augustinus und wirkt im Islam, im Calvinismus und einigen philosophischen Strömungen fort. [Siehe Storl, Shiva, Kap. 9, KOHA-Verlag, 2002.]

10 B-Lymphozyten (Bursa-abhängige L.) bilden hochspezifische Antikörper (Immunglobulin) gegen unbekannte Eindringlinge (Bakterien, Pilze, Viren) und speichern die Informationen (»Gedächtniszellen‹‹).

11 T-Lymphozyten (Thymus-abhängige L.) zerstören als »Killer-Lymphozyten« körperfremde Zellen; sie können aber auch Immunreaktionen unterdrücken, wenn die Abwehr erfolgreich ist (»Unterdrückerzellen«), oder sie speichern als »Gedächtniszellen« die Merkmale der Eindringlinge“