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Ursachenanalyse-Der Weg aus der Erschöpfung

(Ein Beitrag von Micaela Sit (Wien))

Fragen zur Selbstreflexion

Probleme und Stress im Beruf sind heute an der Tagesordnung. Natürlich sind wir abends oft erschöpft und fühlen uns leer.

Aber ab wann ist es zu viel?

Woher wissen wir, dass es so nicht mehr weitergehen kann?

Wenn viele der folgenden Aussagen auf Sie zutreffen, deutet dies auf eine Burnout-Gefährdung hin.

  • Ich fühle mich von meiner Arbeit ausgelaugt.

  • Am Ende eines Arbeitstages fühle ich mich erledigt und brauche am Abend sehr lange, um abzuschalten.

  • Ich brauche Alkohol, Beruhigungsmittel oder Essen, um mich abzugrenzen bzw. mich zu entspannen.

  • Ich schwitze und wache mehrmals pro Nacht auf.

  • Ich fühle mich müde, wenn ich morgens aufstehe und wieder einen Arbeitstag vor mir habe.

  • Seit ich diese Arbeit mache, bin ich gleichgültiger gegenüber anderen Menschen geworden.

  • Ich glaube, ich behandle einige SchülerInnen, als ob sie unpersönliche „Objekte“ wären.

  • Ich befürchte, dass diese Arbeit mich emotional verhärtet.

  • Ich mache Fehler in der Arbeit.

  • Ich bin öfter im Krankenstand und habe chronische Rücken- oder Kopfschmerzen.

  • Wenn ich auf Urlaub bin, arbeitet mein Geist viele Tage weiter.

Erkennen Sie sich in den Beschreibungen des Burnout Syndroms wieder?

Dann können Sie folgende Schritte aus der Erschöpfung versuchen:

1 .    Das Problem erkennen (Ursachenanalyse)

Zuerst müssen Sie sich einmal eingestehen, dass Sie tatsächlich zu viel arbeiten und erschöpft sind. Zu dieser Einsicht könnte Ihnen folgende Fragestellung verhelfen:

Was passiert eigentlich, wenn ich weniger arbeite?

Folgende Antworten wären denkbar:

  • Chaos und Unordnung brechen aus, Sie verlieren die Kontrolle.

  • Sie verlieren das Gefühl, wichtig zu sein.

  • Sie verlieren Anerkennung von außen.

  • Sie bekommen Ärger mit KollegInnen.

  • Sie verlieren Ihre Arbeitsstelle.

Mit den Antworten auf diese Fragen machen Sie sich selbst deutlich, welche Motivation eigentlich hinter Ihrer Bereitschaft steckt, bis zum Umfallen zu arbeiten. Nur wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind, werden Sie bereit sein, „die Notbremse“ zu ziehen und Besserung zu erzielen.

Vielen Menschen fällt das Innehalten in Zeiten höchster Belastung jedoch schwer.Nur noch eine Woche, nur noch ein paar Monate, bald ist das Jahr vorbei, dann ist es geschafft. Das ist der Grund, warum gerade leistungsorientierte Menschen den schleichenden Verlauf von Burnout nicht wahrnehmen. Hier hilft ein Eintrag im Kalender, der für Körper und Psyche ein- oder zweimal im Jahr eine Zäsur für kleine und große Neuanfänge vorsieht.

2. Prioritäten setzen

Eine der größten Schwierigkeiten bereitet häufig die Frage, welche Dinge zuerst erledigt werden müssen. Essenziell dabei ist die Unterscheidung der Aufgaben in Dringlichkeit und Wichtigkeit.

Dringend sind Krisen, dringliche Probleme und Projekte mit anstehenden Abgabetermin.

Wichtigkeit hat dagegen etwas mit Ergebnissen zu tun. Wenn etwas wichtig ist, trägt es zum persönlichen Leitbild, zu den Werten und zu den obersten Prioritäten bei. Wichtig sind vorbeugende Tätigkeiten, Beziehungsarbeit, neue Möglichkeiten erkennen, Planungsarbeit und Erholung.

Dringende Dinge wirken auf uns ein, sie sind sichtbar und bedrängen uns. Sie fordern uns auf zu handeln, machen uns bei anderen beliebt, sind häufig angenehm und machen Spaß. Sie sind aber oft unwichtig! Wir reagieren auf dringende Aufgaben, und so bleibt oft das Wichtigste liegen.

Eine der wichtigsten Regeln von gutem Zeitmanagement ist es, genügend zeitliche Puffer einzuplanen. Vermuten Sie beispielsweise, für eine Aufgabe drei Tage zu benötigen, dann teilen Sie mit, dass Sie eine Woche benötigen. Sie vermeiden damit, um Zeitaufschub bitten zu müssen, und beeindrucken stattdessen mit Ihrer Zuverlässigkeit.

Betroffene, die sich inden Anfangsstadien von Burnout befinden, neigen tendenziell dazu, ihre Anstrengungen zu erhöhen, um ihr Ziel unter Zurückstellen des Privatlebens doch noch zu erreichen.

Zu einer guten Zeitplanung gehören unbedingt auch private Auszeiten.

3. Kontrollprobleme lösen

Kontrolle zurückgewinnen heißt zunächst einmal, sich über die eigenen Bedürfnisse und Wünsche bewusst zu werden.

Folgende Fragen können hilfreich sein:

  • Was brauche ich, um ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen?

  • Was brauche ich, um wieder mit Leichtigkeit, Freude und Interesse meiner beruflichen Aufgabe nachzukommen?

  • Welche großen und kleinen Arbeitsziele habe ich?

  • Welche Lebensziele verfolge ich?

Nur wenn Sie sich die Zeit nehmen, diese Fragen zu überdenken, überlassen Sie die eigene Lebensgestaltung nicht den anderen Menschen, und erhalten Sie sich Ihre eigene Lebendigkeit.

Sich selbst gegenüber achtsam und aufmerksam zu sein, steigert die Fähigkeit, frühzeitig das „Genug“ zu erkennen und Veränderungen an sich und der Umgebung vorzunehmen. Wenn Sie glauben, Ihre KollegInnen und Vorgesetzten durch dauerhafte Hochleistung überzeugen zu müssen, um zu Wertschätzung und Anerkennung zu kommen, geben Sie die Kontrolle über Ihre Arbeitsleistung und Ihre Lebenszufriedenheit ab.

4. Grenzen ziehen – Nein sagen

Wehren Sie sich gegen die zahlreichen Anforderungen und Ansprüche aus Ihrer Umgebung! Um Nein zu sagen, helfen Ihnen Formulierungen, die Begründungen und Alternativlösungen anbieten.

Einige Beispiele für erfolgversprechendes Nein sagen:

  • „Das ist ein tolles Projekt! Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich zum Mitmachen eingeladen/ausgewählt werde, und fühle mich sehr geehrt. Aus den verschiedensten Gründen kann ich leider nicht mitmachen.“

  • „Ich schaffe das nicht in der Zeit, die wir dafür zur Verfügung haben. Möglich ist es nur, wenn ich eine weniger wichtige Aufgabe abgeben kann.“

  • „Ich kann es schaffen, aber nur mit mehr Ressourcen und mehr Zeit.“

5. Regelmäßig Pausen einlegen

Pausen sind wichtig, um Anfangs- und Endmarken zu setzen und nicht den Überblick zu verlieren.Pausen können sowohl „Minipausen“ als auch abendliche Pausen sein, die regelmäßig Raum lassen für die Befriedigung individueller persönlicher Bedürfnisse. Planen Sie auch größere Auszeiten und Urlaube.

Pausen helfen Ihnen:

  • sich in einem hektischen Umfeld zu stabilisieren

  • Strukturen im Arbeitsalltag zurückzuerobern

  • Zeit zur Reflexion zu gewinnen

Dieser Auszug aus einer Broschüre des Wiener Dorner Verlags stammt schon aus dem Jahr 2008 aber ist aktuell wie nie zuvor. Offensichtlich geht es den Österreichischen Lehrern zunehmend schlechter.

Auch hierzu Lande greift das Burnout-Phänomen um sich, die Menschen müssen immer mehr Druck standhalten. Die hier erwähnte Ursachenanalyse mit den 5. Punkten für eine Neustrukturierung sind ein erster Anfang aus der Burnout-Falle.

 

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